Aktivurlaub im Oberpfälzer Seenland
Irgendwann packt sie jeden. Die See(h)nsucht. Nach Wasser. Nach den Wellen, die ans Ufer kräuseln. Dem weißen Sand am Sonnenstrand. Nach Eis am Stiel, Plastikeimern und Tretbooten. Nach dem Duft der großen, weiten Badewelt, dem Geruch nach Sonnencreme, der leichten Brise, die vom Wasser weht… Das ist der Sommer. Nicht in Italien oder Kroatien. Sommer im Land der Seen und Teiche. Sommer im Oberpfälzer Seenland.
Johanna hatte es erst gar nicht glauben wollen. Sommersonnenurlaub ohne Meer? Statt des großen Teiches nur ein kleiner? An den See statt an die See fahren? – Was sollte sie denn da! Noch dazu, wo dieser Steinberger See, ja, wo diese ganze Region vor 20 Jahren noch ein Abbaugebiet für Braunkohle war.
Doch dann war es Liebe auf den ersten Blick. Der See so groß. Der Strand so weiß. Und überall Segler, Surfer, Taucher, Wasserratten. Ein Wasserskilift, der der modernste in ganz Europa sein soll, mit einem Lehrer, der ein echter Weltmeister ist. Johanna wäre nie im Leben auf die Idee gekommen. Aber dann ließ sie sich von Steffen Wild doch überzeugen. Ihre erste Stunde auf Wasserskiern. Und weil’s so schön war, gleich noch eine im Wakeboarden hinterher.
Ihre kleine Schwester Sofia hat sie die ganze Zeit über kaum zu Gesicht bekommen. Entweder Ponyhof oder „Movin’ G’round“, etwas Anderes kam für die Kleine gar nicht in Frage. Der Freizeitpark sei gar nicht weit weg vom Hotel, am Ostufer des Steinberger Sees, und ganz ganz toll, erzählte sie. Bungee-Trampolin, Happy Rodelbahn, Surfbikes. Und das Allertollste: die Fahrt mit dem Drachenboot. „Wir sind einmal rund um die große Insel gefahren“, schwärmt Sofia. Am nächsten Tag wollte Sofia gleich wieder hin. Aber der Papa hatte andere Pläne. Heute sei sein Tag, meinte er. Johanna und Sofia konnten sich schon denken, was das hieß. Warum hatte der Papa sonst seine Angel eingepackt!? Und wirklich: „Wir fahren ans Nittenauer Regenknie“, kündigte er an. Da gäbe es allerlei lauschige Plätze, wo er in Seelenruhe nach Raubfischen angeln könne. Vielleicht gelinge es ihm ja sogar, den Wallerrekord zu brechen und einen 2,30 Meter langen Riesenfisch an Land zu ziehen.
Schon der Gedanke an stundenlanges stilles Sitzen brachte Johanna zum Gähnen. „Und was machen wir in der Zwischenzeit?“ – Die Mama hatte bisher noch überhaupt nichts dazu gesagt. Aber offenbar hatte sie sich auch schon Gedanken über potentielle Angelalternativen
gemacht. „Wir machen eine Bootstour“, schlug sie vor: „Der Regen ist so zahm, dass das Kanu wohl auch mit uns Anfängern nicht kentern wird.“
Johanna allerdings hatte in der Urlaubsbroschüre „Aktiv im Oberpfälzer Seenland“ inzwischen ein anderes Ausflugsziel entdeckt. „Wir fahren an den Hammersee“, verkündete sie mit fester Stimme, so, als wäre das bereits beschlossene Sache. „Was sollen wir denn da?“, wandte Schwesterchen Sofia zaghaft ein. Aber Johanna hatte sich schon alles genau überlegt. Der acht Kilometer lange, von Wald umgebene See sei voller Fische, las sie vor. Für Angler wie Papa genau das Richtige. Währenddessen könnte der Rest der Familie am seichten und sandigen Ufer Baden gehen. Oder, wenn Mama darauf bestehe, sich ein Boot mieten und den See rauf und runter paddeln. Und wenn der Papa mit seiner Angelrute dann immer noch nicht genug habe, gehe man halt ein bisschen am See spazieren oder besorge sich ein Leihfahrrad.
„Fahrrad fahren ist langweilig“, murrte da Sofia. Johanna verdrehte die Augen. Das hätte sie sich denken können. Immer braucht die kleine Nervensäge eine Extrawurst. Am Liebsten hätte sie ihr jetzt ordentlich die Meinung gesagt. Aber Mama kam ihr zuvor: „Pass’ mal auf, wir schließen einen Kompromiss“, wandte sie sich an Sofia: „Morgen fahren wir an den Hammersee und dann, den Tag drauf, an den Murner See. Da gibt’s nicht nur einen wunderbaren Sandstrand, sondern auch die größte Kartsportanlage Europas. Da kannst du dann wie ein kleiner Schumi ein paar schnelle Runden drehen.“
„Also gut, erst Hammersee, dann Murner See“, beendete Papa die Diskussion. „Und damit ihr vor lauter Spaßvergnügen nicht die Kultur vergesst, geht’s am letzten Tag unserer Reise auf Drei-Städte-Tour: nach Schwandorf, dem Tor zum Oberpfälzer Seenland, mit Erlebnisbad und Riesen-Wasserrutsche. Nach Neunburg vorm Wald, dem Mekka für Wünschelrutengänger. Und nach Bodenwöhr mit seinem ersten Oberpfälzer Campingplatz, der idyllisch direkt am Ufer des Hammersees liegt. „Muss man sich alles genau anschauen“, meinte der Papa augenzwinkernd: „Für den Fall, dass wir nächstes Jahr wieder kommen…“
Informationen zu Gastgebern und Aktivitäten im Oberpfälzer Seenland erteilt der Zweckverband Oberpfälzer Seenland, Im Büropark Werk 1, 92442 Wackersdorf, Tel. 09431/759340, Fax: 759341, info@oberpfaelzer-seenland.de, www.oberpfaelzer-seenland.de. Dort kann auch die Broschüre „Aktiv im Oberpfälzer Seenland“ kostenlos angefordert werden.
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